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«Ein klares Wertesystem und ein stützendes Umfeld sind Voraussetzungen für den Erfolg.»

 

Dr. Christoph Schumacher
Credit Suisse Asset Management (Schweiz) AG, Zürich

Christoph Schumacher ist seit Juni 2017 Head of Global Real Estate von Credit Suisse Asset Management. Davor war er in leitender Position bei verschiedenen Immo­bi­lien-Investment-Gesellschaften. Insgesamt verfügt er über mehr als 23 Jahre Erfahrung in den Bereichen Immobilien, Finanzen, Legal und Consulting. Christoph Schumacher studierte Rechtswissenschaften in Freiburg, Genf sowie Bonn und dissertierte an der Universität Münster.

 

Christoph Schumacher, was treibt Sie an?

Es ist die Neugier. Sie treibt mich an, neue Erfahrungen zu suchen, neue Herausforderungen anzunehmen und mir neues Wissen anzueignen. Ich habe das Glück, dass mein Leben mich in dieser Hinsicht bisher verwöhnt hat, durfte ich doch spannende Stationen an zahlreichen Orten der Welt erleben – sei es im Internat, in der Politik, als Anwalt oder als Invest­ment Manager. Auch meine jetzige Funktion als Head of Global Real Estate ist sehr abwechslungsreich. Kein Tag ist wie der andere, jede Marktsituation und jeder Kundenwunsch verlangt nach neuen Lösungen. Es motiviert mich, jeweils den optimalen Ansatz zu finden. Hinzu kommt ein persönlicher und beruflicher Ehrgeiz. Aber auch der Wunsch, den einge­schlagenen Weg weiterzuverfolgen, ihn zwischendurch leicht zu adjustieren und zu einem erfolgreichen Ende zu kommen. Diese Werte gebe ich insbesondere auch meinen drei Jungs mit auf ihren Weg.

Was ist für Sie Erfolg?

Klassisch heisst Erfolg, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Dieses kann sowohl extern vor­gegeben als auch selbst definiert sein. Einen bestimmten beruflichen Meilenstein zu errei­chen, gehört ebenfalls dazu. Im Geschäftsalltag ist dieser Aspekt sehr wichtig. Wir setzen uns Quartals-, Jahres- und auch längerfristige Ziele. Wir wollen Performance, Wachstum und die Zufriedenheit unserer Kunden. So zentral dieser Ansatz auch ist: Es ist nur die eine Seite der Medaille. Wahrer Erfolg bedingt, verschiedene Faktoren zu berücksichtigen und abzuwägen. Nicht immer ist der schnellste Weg langfristig der beste. Welchen Einfluss haben meine Handlungen auf mein Umfeld – privat wie beruflich? Wen konnte ich unterstützen und fördern? Wer solche Fragen zufrie­denstellend beantwortet, hat meiner Ansicht nach Erfolg.

Welcher Mensch kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie das Wort «erfolgreich» hören?

Grosse historische Persönlichkeiten haben mich schon immer fasziniert, und es gibt viele, die ich erwähnen könnte... Aber nehmen wir einmal Otto von Bismarck. Bismarck ist insbesondere für seine herausragenden politischen Leistungen bekannt. Er prägte den damaligen Staat und das europäische Hegemonialgefüge wie kein anderer, liess sich von seinen Prinzipien leiten und wusste sich stets den Freiraum zu schaffen, auch handeln zu können – beispielsweise gegenüber dem König und anderen Staatsherren. Seine Erfolge in anderen Lebensbereichen beeindrucken mich zusätzlich. So war er etwa gemeinsam mit seinem Bruder ein erfolgreicher Gutsverwalter. Er wurde schnell ein Experte in rationaler Landbewirtschaftung und brachte das elterliche Gut auf Erfolgskurs. Zudem war er – im Rahmen des damals Üblichen – ein hingebungsvoller Familienmensch, Ehemann und Vater dreier Kinder. So gehören die Briefe, die er mit seiner Frau Johanna austauschte, zu den Höhepunkten der Briefliteratur des 19. Jahrhunderts.

Was bereitet Ihnen in Ihrem Job am meisten Spass?

Der Kontakt mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen bereitet mir viel Freude. Im Geschäftsalltag unterstützt mich ein äusserst vielfältiges und interessantes Team, auch das erweiterte Geschäftsumfeld der Credit Suisse ist sehr bereichernd. Mein Beruf ermöglicht mir, Kunden, Geschäftspartner und weitere Stakeholder aus allen möglichen Ländern zu treffen, mich mit ihnen auszutauschen und gemeinsam Lösungen zu finden. Mit vielen von ihnen bin ich seit Jahrzehnten in der Immobilienbranche verbunden.

Wo finden Sie in Ihrer Freizeit den Ausgleich?

Ich bin ein Familienmensch, stolzer Vater von drei Buben – alle noch unter zehn Jahren – und Ehemann einer wunderbaren Frau. Die drei Jungs haben viel Energie und der Familienalltag kann hie und da auch anstrengend sein. Wir treiben viel Sport und erleben gemeinsame Abenteuer. Am Ende eines solchen Tages ist man zwar körperlich müde, aber die Batterien sind wieder aufgeladen. Für mich ist das ein unersetzlicher Ausgleich. Daneben versuche ich, auch in der Freizeit meine Neugierde zu stillen. Dies geschieht vor allem im Austausch mit Freunden, durch abwechslungsreiche Lektüre und im Klavierspiel.

Was würden Sie heute einem Berufseinsteiger im Asset Management empfehlen?

Der Immobilienbereich im Asset Management ist vielseitig und spannend. Credit Suisse Global Real Estate ist der grösste Immobilienfonds-Manager der Schweiz, Nummer drei in Europa und zählt zu den Top 15 weltweit. Als Institution blicken wir auf eine 80-jährige Tradition zurück, die für unseren Erfolg ebenso wichtig ist wie die stetige Weiterentwicklung. Um erfolgreich zu sein, ist es wichtig, sich kontinuierlich weiterzubilden und bezüglich neuster Entwicklungen und Trends auf dem Laufenden zu halten. Noch besser ist es natür­lich, wenn man Entwicklungen und Trends vorausahnt. Anderseits gilt es, nach bewährten Prinzipien zu agieren. Man hat alle Möglichkeiten, muss aber klug, langfristig und ethisch handeln. Mein Rat an einen Berufseinsteiger wäre demnach folgender: Es ist wichtig, seinen Werten und Prinzipien treu zu bleiben, auch wenn sich Ziele und Methoden ändern. Mir diente mein persönliches Wertesystem jeweils als Orientierungshilfe bei Veränderungen und Herausfor­derungen. Solche Richtwerte geben Halt und sind in unserer Branche von grosser Bedeu­tung.

Wie heisst Ihr liebstes Reiseziel?

Ich fahre sehr gerne mit meiner Familie in die Schweizer Berge. Zermatt hat es mir beson­ders angetan, dort habe ich in frühen Jahren unterhalb des Matterhorns Skifahren gelernt. Aber auch das Engadin gefällt uns sehr. Hauptsache, man kann wandern, sich sportlich betätigen und die wunderbare Bergluft und das Panorama geniessen. Daneben liegen mir Frankreich und Israel als Reiseziele seit vielen Jahren besonders am Herzen. In beiden Ländern habe ich viele wunderbare berufliche und private Momente mit Familie und Freunden an herrlichen Orten verbracht.

Wofür sind Sie dankbar?

Ich bin dankbar dafür, was ich privat und beruflich bislang erreichen durfte. Mir ist bewusst, dass dies ohne die tatkräftige Unterstützung vieler – insbesondere meiner Ehefrau – nicht möglich gewesen wäre. Mir ist wichtig, ein guter Vater und ein fairer Chef zu sein. Auch in hektischen Zeiten darf ich mir des Rückhalts im Team sicher sein. Das ist sehr wertvoll. Generell bin ich dankbar für die Chancen, die ich in meiner bisherigen Laufbahn aufgrund meiner Ausbildung und durch mein unterstützendes Umfeld erhielt. Dies ist nicht selbstver­ständlich.

Welches Buch lesen Sie gerade?

Ich lese zurzeit «Eine kurze Geschichte der Menschheit», ein Sachbuchvon Yuval Noah Harari, einem vergleichsweise jungen israelischen Philosophen/Historiker. Der Bestseller geht der Frage nach, wie sich der Mensch als dominante Spezies entwickelt hat, vom Steinzeitalter bis heute. Der Autor vereint Erkenntnisse aus den verschiedensten Disziplinen und schreckt auch vor den grossen Fragen nicht zurück – etwa nach unserer Zukunft oder ob die Menschheit für den Planeten Fluch oder Segen sei. Bisweilen nicht immer leichte Kost... Im Sinne der Entspannung lese ich auch gerne einmal einen fesselnden Krimi.

Was war Ihr liebstes Schulfach?

Geschichte und Geografie waren meine klaren Favoriten. Für mich waren und bleiben es Fächer, an denen ein Hauch Abenteuer haftet. Geschichte brachte mich in Kontakt mit den grossen Figuren und Ereignissen, mit Idolen und Momenten, die auch heute noch strahlen. Mit den grossen Sternstunden der Mensch­heit, mit Wertesystemen und Philosophien, die mich bereits ein Leben lang begleiten und immer stärker an Bedeutung gewinnen. In meiner Liebe zur Geografie schwingt auch das Fernweh mit. Dies ist ebenfalls eine Form der Neugierde, der ich zum Glück schon oft nachkommen durfte. Aber auch in Zukunft gibt es noch viel zu entdecken.

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