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"Die Kombination von «Wissenschaft und Kunst» in der Vermögensverwaltung ist einzigartig."

 

Philipp Bärtschi
Head of Investment Management, Bank J. Safra Sarasin

Philipp Bärtschi arbeitet seit 2006 bei der Bank J. Safra Sarasin. Davor war er als Anlagestratege bei Threadneedle Asset Management in London und bei der Zurich Financial Services in Zürich tätig. 2009 wurde Philipp Bärtschi zum Chefstrategen und Leiter des Anlagekomitees ernannt. 2013 wurde er zum Chief Investment Officer (CIO) der Bank J. Safra Sarasin befördert. Seit 2016 ist er Head Investment Management und leitet in dieser Funktion alle Anlageteams innerhalb des Asset Management der Bank J. Safra Sarasin.


Philipp Bärtschi, was war die beste Entscheidung in Ihrer beruflichen Laufbahn?

Das Wichtigste in meiner Laufbahn war immer offen für Neues sein und Chancen wahrnehmen, wenn sie sich bieten. Eine solche Chance war die Möglichkeit zu einem frühen Zeitpunkt meiner Karriere bei einem Asset Manager in London zu arbeiten, was mir viele neue Perspektiven sowohl beruflich wie auch privat eröffnet hat.

Was treibt Sie an?

Ich bin von den Finanzmärkten fasziniert und konnte eines meiner Hobbies zu meinem Beruf machen. Jeder Tag bietet neue Überraschungen und erfordert eine neue Einschätzung der Marktsituation. Es ist sehr spannend in einem Arbeitsgebiet tätig zu sein, welches sowohl eine hohe fachliche Expertise aber auch eine grosse Komponente an Erfahrung und Interpretationsgabe erfordert. Die Kombination von «Wissenschaft und Kunst» in der Vermögensverwaltung ist einzigartig.

Auf welchen Werten beruhen Ihre täglichen Handlungen, Entscheidungen, Pläne?

Ich halte mich als Richtschnur an ein Wort aus der Bibel wo steht, was Gott sich von den Menschen wünscht: «Haltet euch an das Recht, begegnet andern mit Güte, und lebt in Ehrfurcht vor eurem Gott» (Micha 6:8). In meinem täglichen Leben versuche ich, die Gerechtigkeit zu suchen und die Gesetze einzuhalten, andern Menschen mit Respekt zu begegnen, und mich selbst nicht als zu wichtig zu nehmen.

Welche Leitsätze/Führungsprinzipen verfolgen Sie?

Einer meiner wichtigsten Leitsätze ist: «Was ein Mensch sät, wird er auch ernten». Anders ausgedrückt heisst dies, dass jeder Mensch für sein eigenes Schicksal verantwortlich ist. Als Führungskraft gebe ich primär die Ziele vor, welche es zu erreichen gilt.  Ich versuche optimale Rahmenbedingungen zu setzen und meinen Mitarbeitenden mögliche Lösungswege aufzuzeigen. Die Aufgaben lösen und die Leistung erbringen muss aber jeder in seiner eigenen Verantwortung.

Was hat Sie dazu bewegt das zu tun, was Sie heute tun?

Da mein Vater auf einer Bank gearbeitet hat, kam ich automatisch als Kind beim Mittagstisch in Berührung mit Finanzgeschäften. Das Handeln von Aktien hat mich schon in jungen Jahren fasziniert. Mit zehn Jahren habe ich meine ersten Aktien gekauft und regelmässig Börsenbriefe gelesen. Zwischenzeitlich flachte meine Interesse für Finanzgeschäfte nach dem Börsencrash 1987 etwas ab. Als es um die Studienwahl ging war es jedoch für mich früh klar, dass mich das Studium der Wirtschaftswissenschaften am meisten interessierte, da ich besser verstehen wollte, wie die Wirtschaft und die Finanzmärkte funktionieren.

Was macht Ihnen an Ihrem Job am meisten Spass, was am wenigsten?

An den Finanzmärkten bietet jeder Tag neue Überraschungen und erfordert die Auseinandersetzung mit neuen, spannenden Themen. Die Diskussion mit Teammitgliedern aus verschiedenen Bereichen sowie wie mit Experten aus aller Welt ist sehr stimulierend. Am wenigsten Freude bereiten regulatorische Aufgaben, welche leider trotz technologischem Fortschritt einen immer grösseren Teil der Arbeitszeit beanspruchen.

Und wo finden Sie in Ihrer Freizeit den Ausgleich?

Ich bin sehr gerne in der Natur und geniesse die Ruhe abseits von Medienflut und Verkehrschaos. Dabei betätige ich mich gerne auch körperlich: Sei das beim Wandern in den Bergen, beim Baden im See oder beim Golf spielen in einer schönen Umgebung. Im siebten Himmel bin ich, wenn ich mit meinem Snowboard über einen frisch verschneiten Hang hinab fahren kann.

 Auf was könnten Sie in Ihrem Leben nicht verzichten?

Auf meinen Schlaf. Um eine gute Leistung zu bringen, muss man auch die entsprechende Erholungszeit haben. Ich halte nichts von möglichst wenig Schlafen. Im Gegenteil ich bewundere Menschen, welche konsequent früh ins Bett gehen.

Was würden Sie heute einem Berufseinsteiger im Asset Management Ihrem jüngeren Selbst empfehlen?

Ein Berufseinsteiger sollte sich fragen, ob er eine Leidenschaft für die Finanzmärkte verspürt. Wenn er dies mit Ja beantworten kann, dann braucht es noch Leistung und Ausdauer, um eine erfolgreiche Karriere zu gestalten. Man sollte sich nicht zu früh auf ein bestimmtes Karriereziel versteifen, sondern Chancen ergreifen, wenn sie sich bieten. Das bekannte «zur richtigen Zeit am richtigen Ort» lässt sich nicht erzwingen.

 Wofür sind Sie dankbar?

Jeder Tag ist für mich ein Geschenk. Ich bin Gott dankbar für das Leben und für alle die Möglichkeiten, die es bietet. Es ist ein grosses Privileg in der Schweiz aufzuwachsen, eine gute Ausbildung zu geniessen und somit optimale Startbedingungen zu haben. Ich sehe es gleichzeitig auch als Verantwortung, die eigenen Talente und Fähigkeiten zu brauchen und sinnvoll einzusetzen. Gerne möchte ich auch ausserhalb des Berufes etwas an die Gesellschaft zurückgeben und setze mich darum ehrenamtlich in verschiedenen Organisationen ein.

 Spielen Sie ein Instrument?

Ich spielte in meiner Jugend Klavier, Saxophon und Gitarre. Dabei spielte ich auch in einer Band, produzierte CDs und gab ab und zu Konzerte. Nach der Studienzeit nahmen die musikalischen Einsätze immer mehr ab. Umso mehr freute es mich, in den letzten Jahren ein Comeback zu geben, wenn ich meinen Sohn ab und zu beim Trompetenspielen auf dem Klavier begleiten konnte.

Welches Hintergrundbild haben Sie auf Ihrem Mobiltelefon?

Ich habe ein Bild des Schweizer Berges Eiger von meiner letzten grösseren Bergtour als Hintergrund. Es erinnert mich daran, dass auch grosse Herausforderungen gemeistert werden können, wenn man Schritt für Schritt vorwärts geht.

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